Cycletec TT-Pokal 2011 - 6.Lauf
erneut Krefeld ... oder doch raesfeld ?
Die Frage stellte sich nun leider konkret, denn die aktuellen Läufe fanden am gleichen Tag statt.
Im Hinblick auf das lange Mannschaftszeitfahren am 16.Juli in Raesfeld, fand ich es besser, vorher noch einmal ein längeres Einzelzeitfahren als Vorbereitung einzuschieben. Also Start in Krefeld am 10.Juli über 44 Kilometer.
Leider konnte ich keinen der Teamkameraden mehr davon überzeugen, dort mit mir zu starten. Kollege Olaf, Ati und Kai wollten nach Raesfeld und Kollege Helge musste leider verletzungsbedingt absagen, bleibe ich eben Einzelkämpfer.
Im Vorfeld habe ich natürlich immer mal wieder im Internet auf die Startliste geschaut, um zu wissen, mit wie vielen Mitstreitern ich es am besagten Tag dann zu tun haben würde. Es ist ja nicht so, als würde man nicht gerne ohne viel Mühe viele Punkte bekommen wollen J
Zunächst sah es ganz gut aus, aber gegen Ende der Woche füllte sich dann die Liste immer mehr natürlich am stärksten in der Klasse Senioren 2 - alles wie immer eigentlich J. Am Ende waren es dann 30 Starter, 12 davon in meiner Altersklasse.
Sehr zu meiner Freude stellte sich am Renntag heraus, das der Wind nicht so heftig war wie beim Lauf zuvor. Er war zwar um einiges schwächer, aber dennoch merklich. Mir war somit klar, dass man über die Distanz seine Kräfte vernünftig einteilen muss, um nicht am Ende einzugehen. Ich wollte die erste Runde schnell angehen, die zweite und dritte dann konstant abspulen, um in der vierten noch mal zulegen zu können. Aber Theorie und Praxis sind ja immer zwei Paar Schuhe.
Umziehen, Fahrrad aus dem Auto und ab zum einrollen - meine Startzeit war 11:02 Uhr. Zwei Starter hatte ich also vor mir. Einer aus Senioren 3, einer aus der Mastersklasse.
Ich stehe am Start. Der Starter zählt meine Zeit herunter 3, 2, 1 und ab auf die Strecke. Wie bereits geplant, gehe ich die erste Runde schnell an und beschleunige. Es läuft gut, die Beine kurbeln. Da, der vor mir gestartete Fahrer kommt in Sicht und schnell näher. Er kommt immer näher, ich gehe vorbei, ein Blick auf den Tacho zeigt, es sind gerade einmal 1,2 km gefahren. Bin ich zu schnell angegangen?
Egal, ich fühle mich gut. Also weiter. Gegen Mitte der ersten Runde, zurück auf Start Ziel, nähere ich mich dem zuerst gestarteten Fahrer. Auch ihn überhole ich, es sind 8 Kilometer gefahren. Die erste Wende kommt, herum, beschleunigen und weiter. Wassertropfen treffen mich. Regnet es ? Nein, aber woher kam dann das Wasser ? ( Auflösung folgt am Ende )
Der Start kommt in Sicht - Runde 1 ist geschafft. Wie gehabt, rufe ich meinen Namen und die Durchgangszeit ist notiert. Der weitere Rennverlauf klappte ohne Zwischenfälle oder Probleme. Die Strecke ist frei, die Fahrer verteilen sich darauf recht gut, es sind kaum Autos unterwegs. Gute Bedingungen also.
An den Wendestellen kann man ganz gut feststellen, wie nah einem die Konkurrenz auf den Fersen ist. Die Abstände nach hinten waren ok. Es war nicht damit zu rechnen, das ich eingeholt würde. Meine Planung bezüglich des Rennverlaufs, schien aufzugehen. Auch die vierte Runde läuft, die Beine wollen noch und ich wundere mich darüber, dass ich einen Fahrer zum zweiten Mal vor mir habe. Überrundung ?
Tatsächlich, der Mitstreiter aus der Mastersklasse ist vor mir und ich gehe kurz vor Beendigung meiner letzten Runde noch an ihm vorbei. Trotzdem bin ich ganz froh, durch zu sein. Wie bereits vermutet, sind vier Runden echt hart.
Manchmal würde ich mir wünschen, dass ich zwischendurch wüsste, wie man so liegt. Falls man zum nächsten Platz lediglich wenige Sekunden zurück liegt, könnte man sicher noch was zulegen, aber so ist es immer schwer das Ganze einzuschätzen. Sieht man hinterher die Tabelle und hat den nächsten Platz um wenige Sekunden verpasst, kann man sich wieder ärgern.
Hier die Auflösung bezüglich der Wassertropfen:
Man kommt im Verlauf der Start-Zielgeraden an einem Zementwerk vorbei. Das Gelände ist mit Zaun und Hecke umgeben. Meine Nachfrage beim Veranstalter ergab, dass das Zementwerk seine Halden mit Wasser bestäubt, damit es im Industriegebiet nicht so staubt. Je nachdem, wie der Wind gerade steht, wird das Wasser bis über den Zaun getragen und erreicht somit die Strasse. Kommt man genau in dem Moment vorbei, hat man den Eindruck, es würde regnen.
von Thomas Behrendt
