Cycletec TT-Pokal 2011 - 5.Lauf

 Cycletec Reloaded oder Back to the roots

Vor längerer Zeit bin ich mit einem ehemaligen Teammitglied als Zeitfahrneuling in die Zeitfahrserie von Cycletec in Issum eingestiegen. Es war dort immer sehr gut, die Organisation stimmte, die Leute waren sehr nett.

Von dort habe ich auch die Einladung zum Zeitfahrcup in Raesfeld mitgebracht. Aber dann kam besagter Tag, an dem die Polizei der Zeitfahrserie dort ein Ende bereitete.

Es folgte die Suche nach einer neuen Strecke. Nach einiger Zeit und intensiven Bemühungen wurde diese auch gefunden. Die habe ich mir damals angesehen, fand sie aber nicht so gut und bin auf Raesfeld umgeschwenkt. Dennoch habe ich weiterhin die Internetseite verfolgt und es war zu sehen, dass die Cycletec-Gemeinde die Strecke doch annahm. Da man aber nicht überall fahren kann und Prioritäten setzten muss, blieb es vorerst bei Raesfeld.

Am 23.06.2011 hat es mich dann doch gereizt dort über die 33 Kilometer mitzufahren. Also voher online gemeldet und Startplatz gesichert. An besagtem Tag bin ich dann mit dem ganzen Equipment nach Krefeld gefahren. Dank Navi und freien Strassen (Feiertag) war ich dann zeitig genug dort, so dass ich mir im Vorfeld noch in Ruhe die Strecke anschauen konnte.

Als ich aus dem Auto ausstieg, haben die Fahnen an den gegenüberliegenden Gebäuden gleich Beifall geklatscht . Es war also klar, das der Wind heute eine entscheidende Rolle spielen würde.

Etliche Leute waren schon auf der Strecke und fuhren sich warm. Die Anmeldung war auch schon aktiv. Also hin, Startgebühr entrichtet (als sehr erfreulich empfand ich, das ich gleich wieder erkannt wurde, obwohl ich sicherlich ein ganzes Jahr die Leute nicht gesehen hatte), und zurück zum Auto. Fahrrad raus, umziehen, Powergel hinein und ab auf die Strecke.

Die Streckenführung war ungewohnt, da zwei Kreisverkehre, eine 90° Kurve und eine 180° Wende enthalten sind. Dennoch hat dies auch seinen Reiz. Der Strassenbelag ist gut, es gibt keine potentiell gefährliche Stelle. Die Strecke ist auch lang genug, um die Anzahl der Fahrer aufzunehmen, Gedrängel gab es nirgends.

Bei der Streckenbesichtigung war ich bemüht herauszufinden, wie jeweils der Wind stand. Leider kam dieser stets von vorne oder von der Seite. Lediglich auf einem sehr kurzen Teilstück kam der Wind von hinten.

Da aus der Meldeliste bereits die Startzeit hervorgeht, kann man sich das einrollen ganz gut einteilen. Pünktlich am Start zu sein ist somit kein Problem. Nur verquatschen sollte man sich dort nicht J Ich wurde also freundlich zur Startlinie gebeten.

30 Sekunden

15 Sekunden

10, 9, 8 1, Los

Auf der langen Startgeraden kommt man ganz gut in Tritt und auf Tempo. Es folgt die 90° Rechtskurve, anbremsen, Pedal hoch, rum und gleich wieder beschleunigen.

Ab jetzt, und vor allem im Renntempo, ist der Wind voll zu merken. Er zerrt merklich am Vorderrad. Doch die falschen Laufräder gewählt ? Egal, es gibt kein zurück mehr.

Die Strecke führt in einem Bogen nach rechts, der Wind kommt voll von vorne. Ein Blick auf den Tacho? Besser nicht. Nur nach vorne sehen, den Fokus auf den vor einem fahrenden Fahrer richten und versuchen ran zu kommen.

Der erste Kreisverkehr kommt, rein und rum. Alles gut. Wieder beschleunigen, der Wind kommt jetzt voll von rechts. Ich nähere mich einem anderen Fahrer. Bin wohl doch nicht so schlecht unterwegs. Es kommt der zweite Kreisverkehr in Sicht, der eine Wendemarke darstellt. Zum Glück kommt kein Auto, ich habe also Platz. Pedal hoch hinein und wieder antreten. Mist - der Wind kommt jetzt von schräg links vorne. Ich sehe den Fahrer vor mir, er kommt näher,

weiter, weiter.

Das Teilstück mit Rückenwind kommt, die Geschwindigkeit steigt, es rollt, der andere Fahrer ist eingeholt, ich gehe vorbei. Bei den entgegenkommenden Fahrern sehen die Gesichter leicht verzerrt aus. Sicher sind die schon in ihrer zweiten oder dritten Runde. ich weiß also was mich erwartet. Es wird noch hart.

Die 90° Kurve kommt in Sicht, diesmal nach links. Es kommen mir Fahrer entgegen, alles passt, kein Problem. Nun bin ich wieder auf der Start- Zielgeraden. Der Wind steht voll drauf. Treten und die Geschwindigkeit halten. Die Zeitnahme kommt in Sicht, aber die passiere ich ja erst in der Gegenrichtung. Weiter, der nächste Fahrer kommt in Sicht, die Strecke schwenkt leicht nach links, Bodenwellen, Wind

Die 180° Wende kommt in Sicht. Diesen Bereich nutzen sicher auch die LKW s, es gibt also Platz satt, anbremsen, die Carbonfelgen schreien, den Bogen wählen, einlenken und rum. Die Beine melden sich, der andere Fahrer ist schnell, ich komme nicht richtig ran. Der Wind kommt nun leicht von hinten links und hilft dabei wieder zu beschleunigen. Die Zeitnahme kommt in Sicht, ich rufe im vorbeifahren meinen Namen, Runde 1 ist geschafft.

Weiter, das ganze noch zwei Mal

In Runde zwei hatte ich kurz mal den Gedanken aufzuhören, weil mir der Wind so richtig auf den Sack ging. Aber Rennabbruch kommt ja nicht in Frage, ausserdem hatte ich einen alten Bekannten nun direkt vor mir, der schnell näher kam . Also noch mal voll draufhalten und dran vorbei. Schöne Motivation.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, das sich die Windverhältnisse mit fortschreitender Zeit verschlechtern. Oder lag es nur daran, das ich schlapper wurde ?

Nach Beendigung der dritten Runde, war ich nur froh, das es vorbei war. Es war eine richtige Plackerei, aber das Problem hatten ja alle und sicher gab s Leute, denen der Wind weniger ausgemacht hat.

Was die gefahrene von heute Zeit wert ist, werde ich dann später sehen. Also ausrollen, umziehen, einpacken, ab nach Hause. 

Dafür, das ich die Strecke zum ersten Mal gefahren bin und es sehr windig war, bin ich doch ganz zufrieden. Sicher, schneller kann es immer sein, aber man wird sehen, was kommt. Ich war sicherlich nicht zum letzten Mal dort.

von Thomas Behrendt